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Wenn die Sorge um einen anderen Menschen zur Belastung wird – Psychotherapie für Angehörige in Berlin

Geschnitzte Holzhand stützt einen schweren Ast – Psychotherapie für Angehörige in Berlin Mitte, Privatpraxis Antje Mühle

Kurz erklärt: Wenn ein nahestehender Mensch psychisch oder körperlich erkrankt, verändert sich oft auch das eigene Leben. Sorge, Verantwortung und das Gefühl, immer funktionieren zu müssen, können viel Kraft kosten. Psychotherapie kann helfen, mit dieser Belastung umzugehen, eigene Grenzen wieder wahrzunehmen und sich selbst nicht aus dem Blick zu verlieren. Privatpraxis in Berlin Mitte am Gendarmenmarkt, auch per Videosprechstunde.

Wenn plötzlich vieles anders ist

Eine schwere Erkrankung trifft selten nur den Menschen, der die Diagnose erhält. Auch für Partnerinnen und Partner, Eltern, Kinder, Geschwister und andere nahestehende Menschen kann sich das Leben von einem Tag auf den anderen verändern – oder ganz allmählich, über Monate und Jahre.

Vielleicht begleiten Sie einen Menschen durch eine Krebserkrankung, erleben die Folgen einer chronischen oder fortschreitenden Erkrankung oder übernehmen zunehmend Pflege und Verantwortung. Vielleicht leidet jemand, der Ihnen nahesteht, unter Depressionen, Ängsten, Zwängen, einer Suchterkrankung oder einer anderen psychischen Erkrankung.

Was vorher selbstverständlich war, ist es plötzlich nicht mehr. Pläne müssen geändert, Aufgaben neu verteilt und Entscheidungen getroffen werden. Manchmal ist ungewiss, wie es weitergeht. Und während sich vieles um den erkrankten Menschen dreht, bleibt für die eigene Unsicherheit und Erschöpfung oft wenig Raum.

Ich möchte helfen – aber ich kann nicht immer

Für einen Menschen da zu sein, den man liebt, ist selbstverständlich. Zumindest fühlt es sich häufig so an.

Man hört zu, begleitet zu Terminen, organisiert den Alltag, übernimmt Aufgaben, macht Mut oder versucht, die nächste Krise aufzufangen. Viele Angehörige merken erst spät, wie viel Verantwortung sie inzwischen tragen.

Und dann können Gefühle und Gedanken auftauchen, die nicht recht zu dieser Fürsorge zu passen scheinen:

„Ich kann nicht mehr.“
„Ich möchte einfach einmal meine Ruhe haben.“
„Warum bleibt alles an mir hängen?“
„Darf ich mein eigenes Leben genießen, wenn es dem anderen so schlecht geht?“

Vielleicht sind Sie wütend oder gereizt und erschrecken über sich selbst. Vielleicht wünschen Sie sich manchmal einfach Ihr früheres Leben zurück. Oder Sie spüren Erleichterung, wenn Sie einmal nicht gebraucht werden – und haben im nächsten Moment ein schlechtes Gewissen deswegen.

Man kann einen Menschen lieben und trotzdem erschöpft von der Situation sein.

Gerade dieser Widerspruch ist für viele Angehörige schwer auszuhalten. Sie fragen sich, ob sie genug tun, ob sie geduldiger sein müssten oder ob es egoistisch ist, eigene Wünsche zu haben.

Dabei schließen sich Nähe und Abgrenzung nicht aus. Auch wer für einen anderen Menschen da ist, darf eigene Bedürfnisse und Grenzen haben.

Wenn die Verantwortung immer größer wird

Besonders belastend kann es werden, wenn sich Rollen verändern.

In einer Partnerschaft wird aus gegenseitiger Unterstützung zunehmend Versorgung oder Pflege. Erwachsene Kinder übernehmen Verantwortung für ihre Eltern. Bei einer psychischen Erkrankung entsteht vielleicht das Gefühl, ständig auf die Stimmung oder Verfassung des anderen achten zu müssen.

Manchmal beginnt das eigene Verhalten sich immer stärker nach der Erkrankung zu richten. Unternehmungen werden abgesagt, Konflikte vermieden, Aufgaben übernommen. Vielleicht versucht man zu motivieren, zu beruhigen oder zu kontrollieren – aus Sorge, dass sonst etwas passieren könnte.

Die Grenze zwischen hilfreicher Unterstützung und einer Verantwortung, die auf Dauer zu viel wird, ist nicht immer leicht zu erkennen.

Und wo bleibe ich?

Diese Frage stellen sich viele erst, wenn die eigenen Kräfte bereits deutlich nachlassen.

Vielleicht schlafen Sie schlechter, sind schneller gereizt oder ständig angespannt. Vielleicht ziehen Sie sich zurück, weil Ihnen die Energie für Freunde oder Unternehmungen fehlt. Manche Menschen merken, dass sie kaum noch abschalten können oder dass Dinge, die ihnen früher Freude gemacht haben, zunehmend bedeutungslos werden.

Eine lang anhaltende Belastung kann auch die eigene psychische Gesundheit beeinträchtigen. Erschöpfung, depressive Beschwerden, Ängste oder körperliche Stresssymptome können entstehen.

Hilfe anzunehmen bedeutet dann nicht, den anderen im Stich zu lassen. Es bedeutet, auch die eigene Belastung ernst zu nehmen.

Einen eigenen Umgang mit der Situation finden

In der Psychotherapie geht es einmal nicht darum, was der erkrankte Mensch braucht. Es geht um Sie.

Gemeinsam können wir betrachten, was Sie belastet, welche Verantwortung Sie übernommen haben und was davon tatsächlich bei Ihnen liegen sollte. Es kann darum gehen, Grenzen zu setzen, ohne sich schuldig zu fühlen, oder eigene Bedürfnisse wieder wahrzunehmen, nachdem sie lange kaum eine Rolle gespielt haben.

Auch schwierige Gefühle dürfen Raum bekommen: Wut auf einen Menschen, der doch eigentlich Unterstützung braucht. Trauer über ein Leben, das anders geworden ist. Angst vor dem, was kommen könnte. Oder Hilflosigkeit angesichts einer Situation, die sich trotz aller Bemühungen nicht verändern lässt.

Nicht für alles gibt es eine Lösung. Aber es kann möglich werden, anders mit dem umzugehen, was sich nicht ändern lässt – und wieder mehr Einfluss auf das eigene Leben zu gewinnen.

Grundlage meiner Arbeit ist die Verhaltenstherapie, ergänzt durch weitere therapeutische Ansätze.

Häufige Fragen zur Psychotherapie für Angehörige

Ist es egoistisch, als Angehörige oder Angehöriger selbst Hilfe zu suchen?

Nein. Hilfe anzunehmen bedeutet nicht, den erkrankten Menschen im Stich zu lassen. Es bedeutet, auch die eigene Belastung ernst zu nehmen. Wer über lange Zeit für einen anderen Menschen da ist, braucht selbst Kraft – und darf eigene Bedürfnisse und Grenzen haben.

Für wen ist Psychotherapie für Angehörige gedacht?

Für Partnerinnen und Partner, Eltern, erwachsene Kinder, Geschwister und andere nahestehende Menschen von Personen mit einer psychischen oder körperlichen Erkrankung – etwa Krebs, einer chronischen oder fortschreitenden Erkrankung, Depressionen, Ängsten, Zwängen oder einer Suchterkrankung. Ebenso für pflegende Angehörige und für Menschen, die einen nahestehenden Menschen über längere Zeit unterstützen.

Ist meine Belastung groß genug für eine Psychotherapie?

Entscheidend ist nicht, wie schwer die Erkrankung des anderen ist, sondern wie sehr die Situation Sie belastet. Anzeichen können zum Beispiel schlechter Schlaf, ständige Anspannung, Gereiztheit, Rückzug oder das Gefühl sein, kaum noch abschalten zu können. Ob eine Psychotherapie sinnvoll ist, klären wir gemeinsam im Erstgespräch.

Erfährt der erkrankte Mensch, was ich in der Therapie erzähle?

Nein. Die Inhalte der Gespräche unterliegen der Schweigepflicht. Ob und was Sie dem erkrankten Menschen von Ihrer Therapie erzählen, entscheiden allein Sie.

Ist die Behandlung auch per Video möglich?

Ja. Wenn Pflege und Verantwortung wenig Zeit lassen oder Sie Ihren Angehörigen nicht lange allein lassen können, können Sitzungen auch per Videosprechstunde stattfinden. Auch das Erstgespräch kann online stattfinden.

Wer übernimmt die Kosten?

In der Regel übernehmen die private Krankenversicherung oder die Beihilfe die Kosten nach Antragstellung. Auch Selbstzahlung ist möglich. Einzelheiten finden Sie unter Ablauf und Kosten.

Psychotherapie für Angehörige in Berlin

In meiner Privatpraxis in Berlin Mitte am Gendarmenmarkt begleite ich Angehörige von Menschen mit psychischen und körperlichen Erkrankungen sowie Menschen, die einen nahestehenden Menschen pflegen oder über längere Zeit unterstützen.

Manche suchen Unterstützung in einer akuten Krise, andere leben schon seit Jahren mit einer belastenden Situation. Entscheidend ist nicht, wie schwer die Erkrankung des anderen ist. Entscheidend ist, wie sehr die Situation Sie belastet.

Gemeinsam schauen wir darauf, was Ihnen Kraft nimmt, was Sie verändern können und wie wieder mehr Platz für das entstehen kann, was neben Sorge und Verantwortung ebenfalls zu Ihrem Leben gehört.

Denn für einen anderen Menschen da zu sein, sollte nicht bedeuten, sich selbst dabei zu verlieren.

Psychotherapie für Angehörige in Berlin Mitte – Termin bei Psychotherapeutin Antje Mühle vereinbaren, in der Praxis oder per Videosprechstunde:
(030) 818 909 41 oder über das Kontaktformular.